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Mikroenergie-SystemeHintergrund

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Ursprünge und Motivation

Im Jahr 2001 reisten zwei junge Forscher, Noara Kebir und Daniel Philipp vom Institut für Energietechnik der Technischen Universität Berlin, nach Bangladesch, um einer scheinbar einfachen Frage nachzugehen: Wie ist es möglich, dass in einem Land wie Bangladesch Solarenergie nachhaltig umgesetzt wird, während sie in Deutschland als bloßer Traum gilt? Fasziniert vom Beispiel Grameen Shakti, der seit seiner Gründung 1996 die Verbreitung von Solar Home Systems in ländlichen Gebieten Bangladeschs erfolgreich ausbaut, gründeten sie an ihrer Universität eine neue Forschungsgruppe, die sie Microenergy Systems (MES) nannten.

Mikroenergiesysteme können als dezentrale Energiesysteme auf der Basis von Kleingeräten definiert werden, die Haushalte, Kleinbetriebe oder landwirtschaftliche Betriebe mit lokal erzeugter Energie versorgen und so eine räumliche Verknüpfung von Energiebedarf, -angebot und -erzeugung ermöglichen. Die Systeme bieten Lösungen für Einzelhaushalte oder Kleinstunternehmen (z.B. Solar Home Systems, Bewässerungspumpen, Biogasanlagen) sowie Technologien für mehrere miteinander verbundene Haushalte oder Gemeinden (z.B. Minigrids). 

Eine systemische Perspektive auf Mikroenergiesysteme unterstreicht die Notwendigkeit einer ganzheitlichen und rigorosen interdisziplinären Forschungsmethodik, die Machbarkeitsanalysen, Produktentwicklung, Herstellung, Planung, Implementierung, Wartung und Nutzung von dezentralen Energiesystemen umfasst und verschiedene Perspektiven vom Endverbraucher bis hin zu politischen Entscheidungsträgern kombiniert. Der Begriff "Mikroenergiesystem" bezieht sich daher auf ein breiteres Verständnis der jeweiligen technischen Apparatur in Wechselbeziehung mit seinen natürlichen Gegebenheiten, seinem sozialen Kontext, seinem ökonomischen System, seinen organisatorischen Strukturen und politischen Rahmenbedingungen. Das vorgestellte Forschungskonzept ist daher bedarfsorientiert und leitet sich aus den Bedürfnissen der Praxis und nicht aus rein theoretischen Überlegungen ab und existiert folglich außerhalb des Geltungsbereichs der einzelnen Disziplinen. 

Wir stellen fest, dass es dringend notwendig ist, das in den verschiedenen sich überschneidenden Forschungsbereichen angesammelte Wissen zu konsolidieren, das auf solche Lösungen ausgerichtet ist, und zwar durch regelmäßigen Austausch sowie durch gemeinsame Erkundung und Ausbildung. Ziel dieser Bemühungen ist es, den Transfer von Strategien, Programmen und Werkzeugen zu ermöglichen, die auf die vielfältigen lokalen Gegebenheiten zugeschnitten werden können.

 

 

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